Der Brexit wird für alle Steuerzahler teuer werden.

Stellungnahme des Präsidenten des Europäischen Steuerzahlerverbands, Rolf von Hohenhaus, zum Brexit-Votum der Briten:

Das britische Volk hat sich für den Austritt aus der Europäischen Union entschieden. Der Brexit ist ein bitterer Moment für ganz Europa.

Diese Entscheidung wird nicht nur für Großbritannien, sondern für alle EU-Staaten teuer werden. Der Brexit wird alle Steuerzahler belasten! Alle Mitgliedstaaten müssen die Ausgaben Großbritanniens als drittgrößter Nettozahler der Union kompensieren. Die britischen Zahlungen entsprechen mit fünf Milliarden Euro den gesamten jährlichen Nettotransferzahlungen an Griechenland, den „kranken Mann“ der EU.

Wir Steuerzahler müssen künftig mit zusätzlichen Zahlungen rechnen. Gleichzeitig werden das BIP-Wachstum und die Steuereinnahmen negativ beeinflusst. Der Brexit wird somit in zweifacher Hinsicht Spuren im Staatshaushalt hinterlassen.

Die Regierungen aller EU-Mitgliedstaaten stehen nun vor der Herausforderung, das Haus Europa und seine zu Recht kritisierten Institutionen so zu reformieren, dass die Wertegemeinschaft und ihr innerer Zusammenhalt gewahrt bleiben und andere Staaten nicht dem Beispiel Großbritanniens folgen.

Von der Europäischen Union wird nun erwartet, dass sie im Austrittsverhandlungsprozess Konsequenzen und Disziplin fordert. Rosinenpickerei ist ausgeschlossen. Wer die EU verlässt, muss sie vollständig verlassen. Die Zusammenarbeit mit Großbritannien muss von Grund auf neu gestaltet werden. Ein Brexit schließt eine weitere Beteiligung Großbritanniens an jeglichen EU-Programmen aus.

Europa hat nun die Chance, aus dem Brexit zu lernen und sich neu zu definieren, um das Vertrauen der europäischen Bevölkerung und der Steuerzahler zurückzugewinnen.