HeimInformationArchivZiel 2: Verharmlosung einer „finanziellen Atombombe“ Ziel 2: Verharmlosung einer „finanziellen Atombombe“
Wir dürfen die massive öffentliche Kritik von Experten an den ausufernden, exorbitanten Target2-Abrechnungen nicht länger ignorieren. Bereits 2011, also sehr früh, wiesen Professor Hans-Werner Sinn und Professor Timo Wollmershäuser (1) detailliert auf die extremen Risiken hin, die Target2 für die Zentralbanken starker Euroländer wie die Deutsche Bundesbank und damit für die deutschen Bürger bergen könnte.
In der FAZ, einer der führenden deutschen Zeitungen, verteidigte der stellvertretende Generaldirektor für Finanzmarktoperationen der EZB, Ulrich Bindseil, am 20. Februar 2012 die Target2-Abrechnungen. Inzwischen belaufen sich allein die Schulden der EZB bei der Deutschen Bundesbank auf rund 500 Milliarden Euro – Tendenz steigend! Vor fünf Jahren betrugen diese Forderungen noch null Euro! Damit sind die Schulden der EZB bei der Bundesbank deutlich höher als die gesamten Steuereinnahmen des Bundes in zwei Jahren (2) .
Wenn die Bundesbank Verluste erleidet, leiden auch die deutschen Bürger. Herr Bindseil, sprich die EZB, will uns in seiner Erklärung weismachen, dass diese ungeheure Verschuldung der EZB bei der Bundesbank in Höhe von 500 Milliarden Euro normal, notwendig und völlig ungefährlich sei. Seiner Meinung nach handle es sich hier lediglich um Kapitalbewegungen (?). Wir können diese Verharmlosung durch die EZB nicht unkommentiert lassen. Die Kernfrage ist, ob das Eurosystem noch zu retten ist. Aus Sicht eines EZB-Mitarbeiters ist die Antwort einfach: Wenn die Deutsche Bundesbank die Kreditvergabe an die EZB über Target2 einstellt und/oder Deutschland keine neuen Garantien mehr übernimmt, ist es vorbei mit dem Euro und damit auch mit der EZB! Und: Die Folgen müssten die Bürger und Steuerzahler tragen!
Mit unserer kurzen Stellungnahme/Analyse der mit Target2 verbundenen Probleme möchten wir auf die damit verbundenen Gefahren hinweisen. Die Folgen von Target2 werden am Beispiel der Deutschen Bundesbank erläutert. Analog lassen sie sich auf alle anderen nationalen und föderalen Banken der starken Euroländer übertragen. Die ausführliche Version unserer kritischen Analyse wurde der Deutschen Bundesbank bereits vorgelegt.
Laden Sie diese Kurzanalyse herunter
: (1) Prof. Hans-Werner Sinn, Prof. Timo Wollmershäuser, Target-Kredite, Leistungsbilanzsalden und Kapitalverkehr: Der Rettungsschirm der EZB (Juni 2011), ifo Working Paper Nr. 105, mit zahlreichen Verweisen auf Presseveröffentlichungen und Vorträge.
(2) Deutsches Staatseinkommen im Jahr 2010: 226 Milliarden Euro, Pressemitteilung des Bundesministeriums der Finanzen, 13. Januar 2011
